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11.01.2018

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Das BMF hat ein Anwendungsschreiben für den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende veröffentlicht, das Einzelheiten des Entlastungsbetrags regelt und für die Finanzbehörden verbindlich ist.


Simone Hainz / pixelio.de

Nach dem Gesetz können alleinstehende Steuerpflichtige einen Entlastungsbetrag von 1.908 € im Kalenderjahr steuerlich abziehen, wenn zu ihrem Haushalt mindestens ein Kind gehört, für das ihnen Kindergeld zusteht. Für jedes weitere Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag um je 240 €.

Die wichtigsten Aussagen des Bundesfinanzministeriums (BMF) im Schreiben dazu lauten:

  • Der Steuerpflichtige gilt als alleinstehend, wenn er nicht die Voraussetzungen für das Ehegatten-Splitting erfüllt, weil er z. B. seit dem Vorjahr dauernd getrennt lebt, verwitwet ist oder wenn sein Ehegatte im Ausland lebt und nicht unbeschränkt steuerpflichtig ist.
  • Der Steuerpflichtige darf außerdem keine Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljährigen Person bilden, d. h. eine eheähnliche Partnerschaft. Ausgenommen sind erwachsene Kinder oder Enkelkinder. Eine solche Haushaltsgemeinschaft besteht insbesondere dann, wenn der Kühlschrank gemeinsam genutzt oder die eingekauften Lebensmittel gemeinsam verbraucht werden. Es kommt nicht darauf an, wer was bezahlt.
    Hinweis:
    Unschädlich ist dagegen die kurzfristige Anwesenheit einer anderen Person z. B. zu Besuch oder aus Krankheitsgründen.
  • Das Kind muss zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehören. Das Kind muss also dauerhaft in der Wohnung leben, dort gemeldet sein oder lediglich vorübergehend, z. B. zu Ausbildungszwecken, auswärtig untergebracht sein.
    Hinweis:
    Ist das Kind in die beiden Haushalte seiner getrennt lebenden Eltern aufgenommen worden, können die Eltern grundsätzlich untereinander festlegen, wer den Entlastungsbetrag erhalten soll. Unterbleibt eine solche Festlegung, erhält derjenige den Entlastungsbetrag, an den auch das Kindergeld ausgezahlt wird. Nur wenn einer der beiden Elternteile nicht alleinstehend ist, erhält der andere Elternteil den Entlastungsbetrag, unabhängig davon, an wen das Kindergeld ausgezahlt wird.
  • Für das Kind muss eine Steueridentifikationsnummer vorgelegt werden.
  • Liegen die Voraussetzungen für den Entlastungsbetrag nicht über das ganze Jahr vor, wird er nur zeitanteilig gewährt. Sind die Voraussetzungen also z. B. nur im ersten Halbjahr erfüllt, beträgt der Entlastungsbetrag 954 € (1.908 € x 6/12).